Unser Athletiktraining am Beispiel einer Ballsportart

11. Dezember 2013

Das nachfolgende Athletik Konzept basiert auf einer internationalen wissenschaftlichen Studienlage (Recherche Daniel Bukac, Universität Heidelberg) und den Praxiserfahrungen des DHB Athletiktrainers Martin Zawieja. Martin Zawieja begleitete Martin Heuberger im Rahmen der Junioren WM Vorbereitungen 2009 und 2011.

Neben den regelmäßigen Leistungstests im Rahmen der Dissertation von Daniel Bukac, wurden die Inhalte des Athletiktrainings fortlaufend evaluiert. Hier wurde besonders deutlich, dass die Entwicklung der Muskel Kraft und Muskel Leistung eine unabdingbare Leistungsvoraussetzung für den Handballer darstellt. Nach zwei Jahren erfolgreicher Athletikarbeit an den Stützpunkten konnte man allerdings erkennen, dass eine Basiskraftentwicklung wichtig, aber nicht ausreichend für eine langfristige Leistungsentwicklung und Verletzungsprävention ist und somit die sogenannten „Zielbewegungen“ (Sprint/Sprung/Wurf) mehr in den Fokus gerückt werden müssen. Das bedeutet nicht, dass alle anderen Fähigkeiten und Fertigkeiten (Stabilität, Beweglichkeit, Koordination, Ausdauer) unterrepräsentiert dargestellt werden sollten, allerdings im Zuge einer ökonomischen Gestaltung des athletischen Trainingsprozesses einen sorgsamen Einsatz finden sollten.

Beispiel ab 19 Jahre

Athletische Fähigkeiten und Fertigkeiten (Rangliste)
Trainingsinhalte
Zielstellung
Sprint/Sprung/Wurf  Fokussierung auf spezifische Übungsformen, mit dem Schwerpunkt auf die Ausprägung der Intensitäts-gestaltung (95+) Ausprägung der Zielbewegung auf höchstem Qualitäts- und Quantitätsniveau. Bedeutet, variable Verfügbarkeit über die gesamte Spielzeit
Handballtrainer und Athletiktrainer in der Halle. Bevorzugt vor dem Mannschaftstraining
Beispiel Springen: DVZ-Sprünge, Sprünge mit Zusatzlast
Muskel Kraft Bedeutet, alle Kraftübungen ohne Ansprüche auf die Bewegungsgeschwindigkeit Integration von IK-Training. Breit ausgebildetes Niveau der Kraftfähigkeit in allen Laststufen, für hohe Übertragleistungen
Zyklisierung und Planung der unterschiedlichen Kraftfähigkeiten (Maximalkraft / Schnellkraft / Reaktivkraft) Positionsbezogen Fokussierung auf die gewünschten Kraftanforderungen. Beispiel:
Individuell positionsbezogenes Aufbautraining Außen –hohe relative Muskelkraft / Kreisläufer-mittlere relative Muskelkraft, dafür mehr Masse
Wertetabelle(3RPM)  für Haupttrainingsübungen
Muskel Leistung Bedeutet, alle Kraftübungen mit Ansprüche auf die Bewegungsgeschwindigkeit Schwerpunktsetzung mit der Langhantel intensitätsorientiert Hohe Muskelleistung auf allen Spielpositionen
Reißen, Umsetzen,  Ausstoßen, Zusatzübungen möglich (Kurzhantelstoßen, Kettle-bell) Zielrichtung  90-120% des Körpergewichtes in der optimalen Technik, als 3er Bestwert.

 

Athletikspinne

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