Kinder lernen Krafttraining

Was früher im Alltageigenständig von Kindern (Hangeln, Werfen, Laufen, Springen usw.) absolviert wurde, muss jetzt im Verein ausgebildet werden!

Qualität der Bewegungsausführung und Vielseitigkeit im Baukastensystem bestimmen das Kinderkrafttraining.
Das Erlernen neuer Trainings- und Übungsformen stehen im Vordergrund eines altersgerechten athletischen Kindertrainings Belastungssteigerungen in den Intensitäten haben kein Platz in dieser Trainingsform (es ist kein kleines Erwachsenentraining) Krafttraining mit Kindern ist (v.a. in Deutschland) traditionell mit Vorbehalten belegt. Diese Auffassung, lässt sich jedoch mit dem aktuellen Kenntnis- und Forschungsstand schon seit etlichen Jahren nicht mehr ernsthaft begründen. Zumindest international gibt es längst andere Sichtweisen, in Deutschland setzen sich diese Kenntnisse erst langsam durch.
Inhaltlich gehört dazu eine koordinativ breite motorische und athletische Basisausbildung genauso wie eine altersgemäße Belastungsgestaltung und vor allem ein Verständnis des Athletiktrainings als „Lerntraining“.

Wichtig für ein langfristig orientiertes Training mit Kindern ist, dass nach dem Erlernen der Grobformen nicht sofort in ein dann doch belastungs- und intensitätsorientiertes „tradiertes“ Training übergegangen wird. Wir schlagen vor, dass nach dem erfolgreichen Erlernen der Grobformen zwei weitere, ähnlich umfangreiche Ausbildungsstufen durchgeführt werden, bevor man daran denken kann, (immer noch moderate) Belastungssteigerungen im Sinne von Intensität einzuführen.

Athletische Grundfertigkeiten
Laufen-Springen-Werfen
Langhantelübungen
Koordinative und
spaßbetonte Anforderungen
Körperschulung
Dieser Inhaltsbereich zielt auf das schnelle Laufen, das qualitativ gute Springen und Werfen ab, welches im allgemeinen Athletiktraining fast aller Sportarten unverzichtbarer Trainingsbestandteil ist. Gerade für Heranwachsende haben diese Grundfertigkeiten einen besonderen Aufforderungscharakter. In der Beschleunigungsphase dieser Elemente sind hohe Kraftfähigkeiten erforderlich. Sprungübungen haben den Charakter die Sprungkraft zu verbessern. Wurfübungen sprechen nicht nur, wie man als Laie vermuten könnte, die Arme an. Entscheidend für alle Würfe ist, das Wurfgerät aus einem gezielt abgestimmten Nacheinander von Beinen, Hüfte, Rumpf, Schultern, Arme und Hände (mit Körperstreckung) zu beschleunigen. In diesem Bereich wird also der ganze Körper angesprochen, und koordinativ-rhythmisch gibt es in diesem Nacheinander eine große Bewegungsverwandtschaft mit diesem Ablauf bei Übungen mit der Langhantel. Langhantelübungen berücksichtigen Bewegungsmerkmale in Reinkultur, die in vielen Bewegungen Basismerkmal einer funktionalen und gesunden Bewegung sind. Das heißt: das Erlernen von Langhantelübungen unterstützt auch diese Basismerkmale – sowohl durch das Festigen des Ablaufes wie auch durch die vorsichtige Entwicklung der umgebenden Stützmuskulatur. Gleichzeitig bietet sich die hervorragende Möglichkeit Mobilisation und Explosivität unter leicht wechselnden Bedingungen vielseitig, aber zielorientiert anzuwenden und zu entwickeln. Dieser Bereich spricht vor allem koordinative Aspekte, insbesondere die Gleichgewichtsfähigkeit, und damit die Körperkontrolle an. Neben der zielgenauen, wohldosierten Bewegungssteuerung ist auch die feinsinnige Wahrnehmung über das Gleichgewichtsorgan und die inneren, tiefen Lage- und Spannungssensoren angesprochen. Neben den Inhalten der Sensomotorik (als erweiterte Erwärmung), wird der Baukasten Ringen/Raufen und Akrobatik zum Abschluss der Trainingseinheit (Spaßfaktor und Highlight der Trainingseinheit) eingesetzt. Prinzipiell ist es, bei entsprechender Steuerung und Dosierung, auch möglich, sie zur allgemeinen Kraftentwicklung einzusetzen. Eine ausreichende Stabilisierung des Rumpfes und der Gelenke durch aktive Muskelkraft ist der wichtigste Schutz vor Überlastungen bei allen Bewegungen mit hohen Bewegungsintensitäten. Solche Intensitäten treten bei allen schnellen Bewegungen, insbesondere in Bremsphasen wie z.B. Landungen nach Sprüngen, bei Gegnerkontakt nicht nur in Kampf-, sondern auch in Spielsportarten, und bei unfallartigen Situationen (Stürze, Umknicken usw.) auf. Kurz zusammengefasst: eigentlich fast überall. Umso wichtiger ist es, bei Heranwachsenden schon frühzeitig und mit langfristiger Perspektive diese Muskulatur allseitig und ausgewogen vorzubereiten.
Der hier gewählte Begriff der „Körperschule“ trifft die Intention tatsächlich sehr genau: die jungen Sportler sollen lernen, ihren Körper als Ganzes zu beherrschen. Dazu benötigen Sie nicht nur Muskeln, sondern genauso die Fähigkeit, diese koordiniert einzusetzen. Das bedeutet, dieser Baukasten ist neben einem statischen auch mit einem dynamischen Übungsgut ausgestattet.